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Ein ganz besonderes Jahr (2017!) mit Hans Memling

Eines der wertvollsten Werke in den Danziger Museumsammlungen ist mit Sicherheit „Das Jüngste Gericht“ von Hans Memling. In diesem Jahr wollen wir den niederländischen Maler besser kennenlernen, denn er wurde zum Patron des Jahres 2017.

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Ein ganz besonderes Jahr (2017!) mit Hans Memling (1/1)

„Das Jüngste Gericht“
„Das Jüngste Gericht“
Fot. gdansk.pl

Geschichte

Die Arbeiten an dem Bild begannen schon vor 550 Jahren. Es wurde für den reichen italienischen Bankier Angelo Tani gemalt, der das Werk beim Meister Memling bestellte. Um den Stifter zu verewigen, hat Hans Memling die Gestalt von Tani in der unteren Zone der beiden Seitenflügel des Triptychons dargestellt. Das fertige Bild ist jedoch nie beim Auftraggeber angekommen, denn es wurde während des Transports nach Italien durch den Danziger Kaperkapitän Paul Beneke geraubt, der es nach Danzig beförderte und schließlich der Marienkirche schenkte.
Während seiner langen und spannenden Geschichte hat das Bild mehrere Male den Besitzer gewechselt. Anfang des 19. Jahrhunderts konnte man es im Museum Louvre in Paris bewundern, denn es gehörte zur zahlreichen Beute von Napoleon Bonaparte. Danach wanderte das Bild nach Berlin, wo es ausgestellt wurde, und nach dem Jahr 1817 kam es erneut nach Danzig. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Bild von Danzig nach Berlin evakuiert, um es vor der anrückenden Roten Armee zu schützen. Das Vorhaben misslang jedoch und das Kunstwerk wurde geraubt. Das Bild wurde dann in der Ermitage in Sankt Petersburg gezeigt. Im Jahr 1958 kehrte das Bild nach Danzig zurück, jedoch nicht an seinen ursprünglichen Platz – es wurde dafür zum wertvollsten Ausstellungsstück des Nationalmuseums in Danzig.

Das Bild in Zahlen

- Entstehungsjahr: 1471
- Höhe des Bildes: 242 cm
- Breite des Bildes: 360 cm
- Angebot für den Kauf des Bildes Ende des 16. Jahrhunderts: 40.000 Taler

Das Memling-Jahr in Danzig

Das Memling-Jahr in Danzig – aus diesem Anlass haben die Danziger Kultureinrichtungen zahlreiche Attraktionen im Zusammenhang mit dem berühmten Bild vorbereitet.

In der kommenden Woche kann man am Legen eines Riesen-Puzzles XXXL, das das Triptychon in der Skala 10:1 (!) darstellt, teilnehmen.
Attraktionen für Interessierte gibt es auch im Juli. Das FETA-Theater hat das Straßenspektakel „Das Jüngste Gericht“ vorbereitet, das wir am 13. Juli im Danziger Stadtviertel Stare Przedmiescie sehen können.

Den ganzen August lang wird man im Archäologischen Museum in Danzig viele spannende Fakten über die Handelsbeziehungen der Stadt Danzig mit den Niederlanden, d.h. mit dem Ort, wo dieses bedeutsame Kunstwerk entstand, erfahren können. In der Ausstellung „Gewichte für Goldmünzen als Zeugnisse der Handelsbeziehungen von Danzig mit den Niederlanden in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts“ (im Rahmen der Reihe „Denkmal des Monats”) werden solche Ausstellungsstücke wie Gewichte und eine Waage für das Wiegen von Goldmünzen aus der Zeit von Hans Memling gezeigt.

Schon heute soll man sich den Abend des 22. Oktober freihalten. In der Pfingstkirche der Gemeinde „Freude des Lebens“ findet um 18:00 Uhr ein Konzert Capella Gedanensis, dirigiert von Agnieszka Frankow-Zelazna, statt.

Eine weitere Begegnung mit der Kunst wird am 9. November (21:00 Uhr, Baltische Oper) möglich sein. Dort findet die Premiere des Opernspektakels „Das Jüngste Gericht“ statt, das im Auftrag der Baltischen Oper in Danzig entstand und im Rahmen der Reihe Opera Gedanesis realisiert wird.

Das wichtigste Ereignis im Kalender des Memling-Jahres ist jedoch die Danziger Memling-Konferenz, die eine Reihe von Symposien über Meister Memling eröffnet und die nach Plänen des Nationalmuseums in Danzig alle 4 Jahre stattfinden wird. Das Thema der diesjährigen Konferenz wird natürlich die Person von Hans Memling sein, aber in diesem Zusammenhang werden auch die Themen der frommen Motive in der niederländischen Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts abgehandelt. Die Konferenz wird von einer Ausstellung (November/Dezember 2017) begleitet: „Einziehen mit Christus und Maria. Kunst und private Frömmigkeit in den Niederlanden 1460–1520. Ausstellung aus den polnischen Sammlungen“. Die Kunstwerke werden die Malereirichtungen repräsentieren, die einst für die private Frömmigkeit bestimmt war.

Das Memling-Jahr wird mit einem Konzert in der Polnischen Baltischen Philharmonie gekrönt: das symphonische Konzert im Rahmen des Programms Aufträge für Komponisten. Gespielt wird die Komposition von Pawel Szymanski, d.h. ein Konzert für Cello und Orchester. Bei der Schaffung des Werkes schöpfte der Künstler die Inspiration aus Memlings Bild „Das Jüngste Gericht“.

Weitere Informationen über die kommenden Ereignisse finden Sie hier.