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Sehenswürdigkeiten - der Stolz von Danzig!

Man kann sich die Hauptstadt von Pommern nur schwer ohne die wunderbaren Sehenswürdigkeiten vorstellen. Seit Jahrhunderten beeindrucken sie, ziehen die Blicke auf sich, wecken die Neugier und zeugen von der Besonderheit des über 1000-jährigen Danzig. Und das sind unserer Meinung nach die 5 wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum der Neptun-Stadt.

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Marienkirche

Die Kathedralbasilika der Himmelfahrt der Allerheiligsten Jungfrau Maria in Danzig ist ein imposantes, gotisches Objekt - die größte Backsteinkirche der Welt, die seit über 500 Jahren das Panorama von Danzig dominiert. Ihr über 80 Meter hoher charakteristischer Turm ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Die oft als „Krone des Danzigs” bezeichnete Kirche wurde zwar in einem Zeitraum von fast 160 Jahren gebaut (1346–1506), aber den Erbauern gelang es, ein einzigartiges Werk zu schaffen - imposant in jeder Hinsicht. Interessant ist, das man zu seinem Bau über eine Million Backsteine verwendete, und kaum einer weiß, dass die Basilika ihre endgültige Form nach dem Ausbau einer viel kleineren Kirche bekam, die früher an dieser Stelle stand. Nicht zuletzt nimmt sie über 5.000 m2 Fläche ein, und ihre Dächer noch 3 Tsd. m2 mehr.

Viele Menschen fragen sich heute bei der Besichtigung der Kirche: wie haben die das geschafft? Wie konnte man so etwas bauen, ohne GPS, Computer und riesige Kräne benutzen zu können? Nun ja, es klingt vielleicht beunruhigend, aber die Ingenieure der damaligen Zeit haben einfach nach Augenmaß gebaut. Sie hatten keine super detaillierten Pläne, ohne die man heute nicht mal einen neuen Laden bauen darf. Manchmal haben sie lediglich „ad hoc” Modelle der jeweiligen Bauelemente gebaut. Und doch. Mit Hilfe von Gerüsten (mit Schnur verbunden!) haben Tausende von Maurern diese ehrgeizige Aufgabe bewältigt.

Die Kirche ist Ruhestätte für viele berühmte Danziger. Jahrhunderte lang wurden hier die verdienten Vertreter der jeweiligen Zeit beerdigt, z.B. Admiral Arend Dickmann, Patrizier, höchster Amtsträger. Auch Marschall Maciej Plazynski und Präsident Pawel Adamowicz wurden dort beigesetzt.

Im Inneren der Kirche finden wir zahlreiche Kunstwerke, die vor der Beschädigung durch den Krieg gerettet werden konnten - dadurch dass sie rechtzeitig weggeschafft wurden, obwohl das Objekt an sich sehr gelitten hat. Das berühmteste Kunstwerk der Basilika, „Das Jüngste Gericht” von Hans Memling, kann man derzeit aufgrund seines großen Wertes und der Notwendigkeit, spezielle Bedingungen für seine Unterbringung zu schaffen, im Nationalmuseum in Danzig bewundern. Die Aufmerksamkeit der Besucher wird auf den Hauptaltar und die riesige astronomische Uhr gelenkt. Letztere ist ein wunderbar geschmücktes Objekt, das nicht nur die Zeiten der astronomischen Ereignisse und die Sternzeichen, aber auch die Zeiten für die Erledigung von konkreten Feldarbeiten anzeigt.

Den Hauptturm der Basilika erreicht man über 409 Stufen, bei gutem Wetter kann man das Objekt erklimmen (obwohl das eine anstrengende Aufgabe ist). Als Dank erhalten wir die Aussicht auf das wunderschöne Panorama der Stadt, der Bucht und das Gebiet des Weichseldeltas.

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Krantor

Danzig ohne sein Krantor - das kann man sich wirklich kaum vorstellen. Gelegen in einer Reihe von Bürgerhäusern an der Langen Brücke springt es gleich ins Auge. Es ist einzigartig - im Mittelalter war das eine der größten Hebeeinrichtungen dieser Art in Europa! Neben Funktionen, die mit dem Hafen zusammenhingen, erfüllte es auch die Rolle eines der Tore von Danzig. Sein Bau dauerte 2 Jahre und wurde 1444 abgeschlossen. Das interessanteste Element des Krantors ist sein innerer Mechanismus. Die Einrichtung konnte eine Last von zwei Tonnen auf die Höhe von 27 Meter, oder nach Zusammenfügen von beiden Radpaaren – vier Tonnen auf die Höhe von 11 m heben. Sie wurde mit Muskelkraft betrieben – mithilfe von 2 Treträdern. Anders gesagt, die Menschen, die in den Rädern mit einem Durchmesser von ca. 6 Metern gelaufen sind, haben die Lasten gehoben und gesenkt. Derzeit befindet sich in dem Objekt ein Museum. Und vor einigen Jahre wurde sogar ein Wettbewerb für das Springen in den Fluss Mottlau vom Dach des Krantors veranstaltet!

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Königsweg

Der Königsweg ist die Hauptachse dieses Stadtteils und zugleich sein repräsentativster Weg. Dort befinden sich die schönen Tore - das Langgasser Tor und das Grüne Tor, über die die wichtigsten Gäste nach Danzig kamen. Entlang des Wegs, der mit sorgfältig restaurierten Bürgerhäusern bestückt ist, befinden sich Objekte wie das Uphagenhaus (Museum der bürgerlichen Inneneinrichtung) oder das Rathaus der Rechtstadt mit den schonen Sälen – dem Weißem und dem Roten Saal und dem wunderschönen Helm, der mit der Figur des Königs Sigismund August verziert ist). Aufgrund der anderen Spitze scheint der Rathausturm etwas niedriger als der Turm der Kathedralbasilika zu sein, aber in der Wirklichkeit ist er sogar etwas höher – er ist fast 84 Meter hoch. Auch hier gibt es einen Aussichtspunkt. Im Inneren des Rathauses befindet sich ein Museum, wo man Hunderte von Ausstellungsstücken bewundern kann. Das Objekt erhielt seine derzeitige Form nach mehreren Ausbauten im 15. Jahrhundert.

Gehen wir den Weg weiter entlang, kommen wir zum Artushof. Seine wunderbar verzierten Innenräume bewirteten und bewirten noch heute die wichtigsten Gäste. Dort finden auch offizielle treffen statt. Seine Verzierung ist der große Ofen, der 11 Meter hoch ist und aus 520 Kacheln besteht. Die Kacheln stellen die Herrscher von Europa dar, sowohl die katholischen als auch die protestantischen, was die Toleranz und die Offenheit von Danzig gegenüber allen Glaubensrichtungen betonte, was in der damaligen Zeit (16. Jahrhundert) sehr selten war.

Gegenüber vom Artushof finden wir den schönen Brunnen mit einem Römischen Gott, dem Herrscher der Meere - Neptun. Man sieht ihn auf fast allen Postkarten und er ist wahrscheinlich das am häufigsten fotografierte Objekt in Danzig. Der im Jahr 1633 gebaute Brunnen betont die unzertrennliche Verbindung der Stadt Danzig mit dem Meer. Interessant ist, dass eine lokale kaschubische Legende besagt, dass derjenige, der zum ersten Mal nach Danzig kommt, den Neptun... „am unteren Rücken” küssen soll.

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Verteidigungswerk und Peinkammer

Einen separaten Absatz sollte man dem Verteidigungswerk und der Peinkammer (Gefängnisturm) widmen, die offiziell ebenfalls Teil des Königswegs sind (der mit dem Hohen Tor beginnt). Im Inneren gibt es zwei interessante Museen – das Bernsteinmuseum, das einem der Symbole von Danzig gewidmet ist, und auch das etwas weniger angenehme Foltermuseum. Denn man muss wissen, dass sich ab der Erbauung der neueren Festungsanlagen und dem Verlust der ursprünglichen Bedeutung des Verteidigungswerks dort ein Gerichtssaal und ein Gefängnis befanden. Angeblich gehörte der Aufenthalt dort nicht unbedingt zu den angenehmsten Erlebnissen. Sofern man es überhaupt überlebte... Östlich vom Verteidigungswerk befand sich der Pranger. Eine Stätte zahlreicher Hinrichtungen, die in damaligen Zeiten (was man sich heutzutage schwer vorstellen kann) öffentlich stattfanden, um zu warnen und oft auch, um die Leute zu unterhalten.

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Brigittenkirche

Das ist eine Kirche, die sich etwas abseits befindet, aber bereits in der Altstadt. Ihren Bau verdanken wir der früheren Existenz der Kapelle St. Maria Magdalena an dieser Stelle und dem starken, aus dem 14. Jahrhundert stammenden Kult der Heiligen Brigitte. Jedoch erlangte die Kirche in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts ihre Berühmtheit. Sie wurde damals zum Zentrum des Widerstands gegen die kommunistische Regierung, insbesondere seit dem berühmten August 1980. Bei der Kirche wurde, dank dem Engagement des Prälaten Henryk Jankowski, ein Hilfswerk für streikende Arbeiter eingerichtet, was eine erhebliche Hilfe für die Bewegung Solidarnosc und ein Dorn im Auge der Kommunisten war. Die Kirche ist auch für ihren wunderbaren Bernstein-Altar berühmt. Der Bau dieses Giganten dauerte sage und schreibe 17 Jahre. Und das braucht uns nicht zu wundern, denn die Gewinnung einer entsprechenden Menge dieses kostbaren Materials ist kein leichtes Unterfangen. Trotz Schwierigkeiten erreichte der Altar imposante Maße. Er ist fast 13 Meter hoch und hat insgesamt 120m2 Bernstein-Fläche – das sind Maße, die sogar die Abmessungen des berühmten verlorenen Bernsteinzimmers (4,2 m hoch und 78m2 Fläche) übersteigen.

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Das ist natürlich nur ein Teil der Sehenswürdigkeiten im Zentrum von Danzig, die man unbedingt besichtigen soll. Denn es gibt noch weitere wunderbare Orte, z.B. in Oliva oder Westerplatte. Aber das ist ein Thema für einen ganz neuen Artikel.