Die Danziger Route der Gotik

Der gotische Stil in Kunst und Architektur entstand im zwölften Jahrhundert in Frankreich als direkter Nachfolger des romanischen Stils. Dank neuer Konstruktionslösungen war es möglich, über die bisher angewandten Bauprinzipien hinauszugehen und neue Baukörper zu gestalten. Nach der Zeit der schweren romanischen Bauwerke war nun die Zeit gekommen für emporstrebende und schlanke gotische Bauten.

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3. Artushof (Museum von Danzig) / Dlugi Targ 43/44 (4/12)
Artushof (Das Danziger Museum)
Artushof (Das Danziger Museum)
Danziger Touristischen Organisation

Das Gebäude des Artushof ist ein ungewöhnlicher Punkt auf der gotischen Karte von Danzig, weil seine gotische Fassade auf den ersten Blick nicht wie eine gotische Fassade aussieht. Der mehrmals modernisierte Hof weist viele Merkmale auf, die für die Architektur der Renaissance charakteristisch sind, aber dank des ungewöhnlichen Gespürs der Baumeister hat die Verbindung der Stile nicht nur die Harmonie des Körpers nicht gestört, sondern unterstreicht sogar ihre Schönheit und Originalität.

Der im 15. Jahrhundert erbaute Hof war ein repräsentatives Gebäude, zu dem nur die reichsten Bürger von Danzig Zugang hatten: Sie trafen sich hier zu Festen, Stadtfesten oder privaten Feiern.

Der geräumige Hofsaal, die so genannte Große Halle (18 m x 25 m x 12 m) überrascht mit seiner Atmosphäre und der Vielzahl dekorativer Elemente, die seit Jahrhunderten von Mitgliedern der Bruderschaften im Manor gestiftet wurden. Unter einem wunderschönen Sternengewölbe, das auf vier Säulen ruht, finden wir eine Reihe von Gemälden, Skulpturen und Holzbänken. Hier befindet sich auch der größte Renaissanceofen der Welt. Ein weiteres großes Denkmal des Hofes ist die Figur des St. Georg, der mit dem Drachen kämpft, ein Werk von Hans Brand aus der Zeit um 1485. An den Wänden des Großen Saals befinden sich wunderschön verzierte Holzbänke, auf denen einst Mitglieder der Danziger Bruderschaften saßen. Unter den wertvollen Gemälden finden wir hier unter anderem „Das Jüngste Gericht“ von Anton Möller (1602) und "Orpheus, der mit dem Lied die wilden Tiere beruhigt" von Jan Vredeman (1594). Bis 1936 stand eine Figur von König August III. (1755) in der Mitte der Großen Halle, die von den faschistischen Behörden entfernt wurde.

Neben der Funktion eines Klubs für wohlhabende Danziger war der Artushof auch ein Ort, an dem Gerichtsverhandlungen stattfanden, und für den Hof erwarb der Stadtrat Wohnungen in der Nähe des Hofes: das im Stil der Renaissance errichtete Renaissancehaus Stary Dom Lawy (Dlugi Targ-Straße 45) und das gotische Nowy Dom Lawy (ul. Dlugi Targ 43), wo sich der so genannte Danziger Korridor befindet, der die Dekoration des ehemaligen Patrizierhauses in Danzig zeigt.
Obwohl der Artushof im achtzehnten Jahrhundert in eine Kaufmannsbörse umgewandelt wurde, erfüllte das Gebäude immer noch repräsentative Funktionen: Hier fanden staatliche Zeremonien statt, die Behörden empfingen hier wichtige Gäste.

Der infolge von Kriegshandlungen zerstörte Hof wurde allmählich wieder aufgebaut. Es wird geschätzt, dass er bis 1993 zu 70 % sein vorheriges Aussehen wiedererlangt hat. Derzeit sind der Hof selbst sowie Nowy und Stary Dom Lawy Teil des Historischen Museums der Stadt Danzig und für die Öffentlichkeit zugänglich.

Praktische Informationen:
Das Rathaus kann von Montag bis Sonntag zu folgenden Zeiten besichtigt werden:
Mon.: 10.00-13.00 (Tag des freien Eintritts)
Dien.-Sams. 10.00-18.00
Son. 11.00-18.00
Mehr: mhmg.pl
Besichtigung nur mit Eintrittskarte


ÜBERGANG ZU PUNKT 4:
Wenn Sie den Hof verlassen, wenden Sie sich nach links und setzen Sie den Spaziergang über den Langen Markt fort, gehen Sie durch das Grüne Tor und biegen Sie nach links ab. Wenn Sie die Lange Brücke (Długie Pobrzeże) entlang gehen, werden wir das charakteristische Krangebäude bemerken.


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