Die Danziger Route der Gotik

Der gotische Stil in Kunst und Architektur entstand im zwölften Jahrhundert in Frankreich als direkter Nachfolger des romanischen Stils. Dank neuer Konstruktionslösungen war es möglich, über die bisher angewandten Bauprinzipien hinauszugehen und neue Baukörper zu gestalten. Nach der Zeit der schweren romanischen Bauwerke war nun die Zeit gekommen für emporstrebende und schlanke gotische Bauten.

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5. Marienkirche / Podkramarska-Straße 5 (6/12)
Marienkirche
Marienkirche
Danziger Touristischen Organisation

Unter dem ganzen Reichtum der Danziger Denkmäler ist die Kirche der Himmelfahrt der Jungfrau Maria, oder Basilika der Heiligen Maria, wohl die berühmteste. Die imposante Kirche ist das größte Backsteingotik-Gebäude der Welt. Der Grundstein für den Bau der Kirche wurde am 25. März 1343 gelegt und der letzte Ziegelstein am Gewölbe wurde am 28. Juli 1502 um 16.00 Uhr gelegt - der Bau der monumentalen Kirche dauerte 159 Jahre!
Die Kirche ist 105,5 Meter lang, im Querschiff 66 Meter breit, im Gebäudekörper 44 Meter breit und 30 Meter hoch. Der Kirchturm ist 82 Meter hoch und zu ihm führt eine Treppe mit 409 Stufen. Das Gebäude wurde wie eine Halle gestaltet und sein Inneres wurde umwölbt (wir finden hier ein schönes Gewölbe im Stern- und Kristalltyp).

Bald nach Abschluss der Bauarbeiten kam die Reformationszeit und die Kirche wurde den Lutheranern übergeben. Für die katholischen Gläubigen wurde in dem zum Presbyterium der Kirche gehörenden Areal eine barocke Königskapelle errichtet, die teilweise von König Jan III. Sobieski finanziert wurde.
In lutherischer Zeit spielte die Kirche eine wichtige Rolle im kulturellen und intellektuellen Leben der Stadt, und einigen Forschern zufolge bewarb sich hier John Sebastian Bach persönlich um die Stelle des Kapellmeisters!

Leider wurde die Basilika infolge von Artilleriefeuer und Bränden im März 1945 weitgehend zerstört. Unmittelbar nach dem Krieg begannen die Arbeiten, die das Ziel hatten, das Gebäude zu konservieren und den Wiederaufbau zu beginnen, und die bis heute andauern. Im Jahr 1946 wurde das Gebäude an die katholische Kirche übergeben und das Leben begann, langsam in die gotischen Mauern zurückzukehren.

Zu den wertvollsten Denkmälern der Basilika gehören heute:
- der gotische Altar der Krönung der Mutter Gottes (Hauptaltar);
- die gotische Figur der Schönen Madonna und die Pieta des gleichen, namentlich unbekannten Autors;
- die astronomische Uhr aus dem 15. Jahrhundert von Hans Düringer;
- eine Wohltätigkeitsplatte von Anton Möller, einem der talentiertesten Danziger Maler;
- der barocke Grabstein von Judyta und Szymon Bahrow von Meister Abraham van den Blocke;
- „Das Jüngste Gericht“ von Hans Memling - ein Werk aus dem 15. Jahrhundert, dessen Original seit 1956 bis zum Zweiten Weltkrieg im Nationalmuseum in der Marienkirche ausgestellt war. Hier können Sie eine Kopie des unschätzbaren Werkes sehen.

Praktische Informationen:

Öffnungszeiten der Basilika:
1. Oktober – 30. April
Mon.-Sam.: 8.30 – 17.00
Son. 11.00-12.00 und 13.00-17.00
1. Mai – 30. September
Mon.-Sam.: 8.30 – 18.30
Son. 11.00-12.00 und 13.00-18.30
Die Kirche ist während der Gottesdienste für Besucher nicht zugänglich.
In der Zeit vom 18. April bis zum 30. November finden Besichtigungen entgeltlich statt.
Der Aussichtspunkt auf dem Turm der Basilika ist vom 25. März bis 30. November für Besucher geöffnet.
Öffnungszeiten des Turms:
25. März – 30. April und 1. Oktober – 30. November
Mon.-Son.: 9.00-17.30
1.-31. Mai und 1.-30. September
Mon.-Son.: 9.00-18.30
1. Juni – 31. August
Mon.-Don.: 9.00-20.30
Fr. 9.00-19:30
Sam.-Son.: 9.00-20.30
1. Dezember – 24. März
Sam.-Son.: 10.00-15.30 (Das Betreten des Turmes ist nur bei günstigen Witterungsbedingungen möglich.)
Das Betreten des Turmes ist nur mit Eintrittskarte möglich.
Mehr: bazylikamariacka.gdansk.pl


ÜBERGANG ZU PUNKT 6:
Kehren Sie zur Sw. Ducha-Straße zurück und begeben Sie sich in die Zlotnikow-Straße. Im Hintergrund werden Sie das Gebäude der St. Nikolaus-Kirche sehen.


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