Der gotische Prachtbau

Eine jede Stadt hat einen charakteristischen Punkt, dank dem man sie auf einer Ansichtskarte sofort erkennt. Das ist auch in Danzig der Fall. Der charakteristische Punkt ist die größte Backsteinkirche in der Welt, eine Visitenkarte Danzigs, seine Krone und ein Bezugspunkt bei der Besichtigung der Stadt.

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Der gotische Prachtbau (1/1)
Marienkirche
Marienkirche
Danziger Touristischen Organisation

Es handelt sich um die Kathedralbasilika der Himmelfahrt der Allerheiligsten Jungfrau Maria, die von den Danzigern einfach als Marienkirche bezeichnet wird. Der Name „Basilika“ gilt nicht für die Architektur dieses Baus, sondern für seinen Rang, zu dem er durch Papst Paul VI. im Jahre 1965 erhoben wurde.
Die Kirche erbaute man in der „Zeit der Kathedralen“, die Arbeiten dauerten 159 Jahre, was damals keine allzu lange Zeit war. Wusste man, als man sie baute, dass sie eine der größten Hallenkirchen weltweit sein wird?

1343, ein Jahr nach dem Beginn des Baus, war für die Stadt an der Mottlau kein leichtes Jahr. Die sich bereichernde Stadt führte damals viele Bauinvestitionen, die sie finanziell stark belasteten.

Es war die Zeit der Herrschaft der Kreuzritter. Es ist anzunehmen, dass der Großmeister des Ordens der Stadt (vermutlich in Form eines Privilegs) das Gelände schenkte, auf dem die neue Kirche errichtet werden sollte. Da Danzig auf instabilem Boden liegt, musste jede Bauinvestition in der Stadt entsprechend vorbereitet werden. Das Gelände musste geebnet und durch (angeblich 16.000) Eichenpfähle befestigt werden. Dann hatte man die Fundamente (Streifenfundament aus Stein) anzulegen und sie mit Weidenmatten abzudichten, die mit Tierdünger gefüllt waren. Herzustellen war auch die entsprechende Menge von Ziegelsteinen und hochqualitativem Mörtel, der den gewaltigen Mauern der „Backstein-Ode an Gott“ Stabilität gewähren sollte. Einzustellen war auch eine entsprechende Zahl von Zimmerleuten, Steinmetzen und (selbstverständlich) Maurern.

Um die Baukosten nicht zu verteuern, nutzte man für die Herstellung der Ziegelsteine die nahe gelegenen Lehmlagerstätten. Die Herstellung der Ziegelsteine dauerte ziemlich lang, sie nahm drei Saisons in Anspruch.

Aber dann galt es, die Wände zu errichten!

Heute, nach mehr als 500 Jahren, verraten uns die Wände die Geschichte ihrer Errichtung. Wir können die Ziegelsteine zählen, Fossilien im Steinsockel entdecken, die Kunst der mittelalterlichen Baumeister bewundern.