Die Danziger Route der Gotik

Der gotische Stil in Kunst und Architektur entstand im zwölften Jahrhundert in Frankreich als direkter Nachfolger des romanischen Stils. Dank neuer Konstruktionslösungen war es möglich, über die bisher angewandten Bauprinzipien hinauszugehen und neue Baukörper zu gestalten. Nach der Zeit der schweren romanischen Bauwerke war nun die Zeit gekommen für emporstrebende und schlanke gotische Bauten.

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Der gotische Stil in Kunst und Architektur entstand im zwölften Jahrhundert in Frankreich als direkter Nachfolger des romanischen Stils. Dank neuer Konstruktionslösungen war es möglich, über die bisher angewandten Bauprinzipien hinauszugehen und neue Baukörper zu gestalten. Nach der Zeit der schweren romanischen Bauwerke war nun die Zeit gekommen für emporstrebende und schlanke gotische Bauten. Diese Architekturrevolution ist auf die Erfindung des Stützpfeilersystems zurückzuführen. Das Gewicht der Struktur wurde von den Wänden des Gebäudes auf die Pfeiler innerhalb des Gebäudes und die Stützpfeiler nach außen übertragen (seltener im Inneren der Gebäudes). Dadurch war es möglich, nicht nur viel höhere Gebäude zu errichten, sondern diese dank größerer Fensterflächen auch viel besser zu beleuchten. Der gotische Stil erfuhr im Laufe der Zeit wesentliche Änderungen, sodass drei Perioden unterschieden werden können: Früh-, Hoch- und Spätgotik, die auch als Flamboyant-Stil bezeichnet wird, weil in dieser Zeit die Gebäude am meisten emporstrebten.

Danziger Hauptbahnhof, Podwale Grodzkie-Straße 1
Danziger Hauptbahnhof, Podwale Grodzkie-Straße 1
Danziger Touristischen Organisation

Wodurch zeichnen sich also die Objekte der gotischen Architektur aus? Die folgenden Merkmale sind für den gotischen Stil charakteristisch:

- die Gebäude wurden meist auf einem kreuzförmigen Grundriss errichtet;
- Kreuzrippengewölbe wurden oft verwendet;
- die Kirchen wurden hauptsächlich im Basilika- (das Hauptschiff ist höher als die Seitenschiffe) und Halle-System (alle Schiffe haben die gleiche Höhe) errichtet;
- ein spezifisches Skelettbausystem ist leicht zu bemerken: von außen basiert das Gebäude auf Strebepfeilern und im Inneren können wir Bögen und Säulen sehen;
- Verwendung von scharfen (gebrochenen) Bögen an Fenstern, Portalen und anderen architektonischen Elementen;
- hohe, schlanke Fenster, die oft mit Buntglas verziert wurden.
Es ist erwähnenswert, dass, obwohl die gotische Zeit oft als "Kathedralenzeit" bezeichnet wird, in dieser Zeit auch eine bedeutende Entwicklung der weltlichen Architektur und der Verteidigungsarchitektur stattfand - es wurden Rathäuser, Tuchhallen, Mietshäuser, Stadtmauern, Türme, Burgen, Mühlen, Getreidespeicher und andere Objekte gebaut.
Die Gotik kam aus Frankreich und verbreitete sich schnell nach England und Deutschland, im 13. Jahrhundert kam sie durch den Zisterzienserorden auch in Polen an. In Pommern gibt es zahlreiche Beispiele des gotischen Erbes, das durch die Verwendung von rotem Backstein gekennzeichnet ist. Die Entwicklung der Gotik in Danzig und der Region ist dem Deutschen Ritterorden zu verdanken, der hier mit fester Hand im 14. und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts herrschte. Es waren Kreuzritter, deren Danziger Burg sich im Bereich der heutigen Zamkowa-Straße befand, die die bestehende Teilung in Altstadt (das Gebiet von der ehemaligen Danziger Werft bis zur ul. Podwale Staromiejskie), Hauptstadt (von der Podwale Staromiejskie-Straße bis zur Stare Przedmiescie-Straße) und Jungstadt (zurzeit Gebiete, wo die Werft gelegen war). Ihnen verdankt Danzig zu einem großen Teil die gegenwärtige Teilung der Straßen der Alt- und der Hauptstadt. Die Besucher werden überrascht sein, dass fast nichts mehr von den teutonischen Burggebäuden übrig geblieben ist. Nun, nach dem Fall des Ordens hat die Danziger Bevölkerung den Sitz des verhassten Deutschen Ritterordens abgerissen und aus den Ziegelsteinen andere Objekte gebaut hat. Der einzige Überrest der Burg ist ein Fragment einer Ziegelmauer, die in der Wartka-Straße zu sehen ist.


START DER ROUTE: Danziger Hauptbahnhof, Podwale Grodzkie-Straße 1

ÜBERGANG ZU PUNKT 1:
Nachdem Sie das Gebäude des Bahnhofs verlassen haben, wenden Sie sich nach rechts und gehen Sie entlang der Waly Jagiellonskie-Straße bis zur großen Kreuzung mit der Hucisko-Straße – hier biegen Sie nach links ab. Auf dem Holzmarkt (Targ Drzewny), (Kreisverkehr mit dem Denkmal von Jan III. Sobieski) biegen Sie nach rechts ab, um den Kohlenmarkt (Targ Węglowy) zu erreichen - auf seiner Diagonale werden Sie ein Ziegelgebäude mit einem schrägen Dach und einem charakteristischen grünen Turm sehen - dies ist der erste Punkt auf unserer Route.


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