Die Hanse

Beginnen wir ein wenig erhaben. Heute sprechen wir mit großem Stolz über die Mitgliedschaft Polens in fast 30 verschiedenen internationalen Organisationen, darunter über die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Über die Freiheit im Handel und in der wirtschaftlichen Tätigkeit. Dank des gut ausgebauten Verbindungsnetzes (Seeweg, Straßen, Luftweg) ist Danzig wieder zu einer attraktiven Stadt geworden, sowohl für Investoren als auch für Touristen.

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Gedanopedia

Aber wie war die Situation früher?

Betrachten wir die Geschichte aus der Perspektive von Danzig.

Man weiß ja, dass der Handel die Geschichte vorantreibt. Beginnen wir also mit dem Handel. Im 17. Jahrhundert haben sich die Kaufleute in ihrem jeweiligen Gebiet in Gruppen zusammengeschlossen, die man Hanse nannte. "Hanse" bedeutete im Altdeutschen einfach eine Gruppe. Diese Bezeichnung war der Beginn dieses berühmten Bundes. Zuerst haben sich die Kaufleute, und ab dem 13. Jahrhundert auch die Städte zusammengeschlossen, bis zum 17. Jahrhundert, als die Hanse nach und nach an Bedeutung verlor. Die Stadt, in der die Vereinigung gegründet wurde, war Lübeck. Die Entstehung der Hanse hat Henryk Samsonowicz im Jahr 1958 in seinem Buch "HANSE. KÖNIGIN DER MEERE", herausgegeben durch den Verlag Ksiazka i Wiedza, beschrieben.

Die Hanse war in 4 Quartiere unterteilt: das wendische, das westfälische, das niedersächsische und das preußisch-livländische. Zu letzterem hat ab 1361 Danzig gehört, die Stadt wurde zu seinem wichtigsten Hafen. Zu dem preußischen Quartier gehörten Städte wie: Kulm, Thorn, Elbing, wie auch Braunsberg, Riga, Reval (heute Tallin), Königsberg (heute Kaliningrad). Zur Hanse gehörten auch Krakau, Breslau und Berlin. In der Blütezeit des Bundes (15. Jahrhundert) gehörten ihm 160 Städte an.

Die Hanse wird oft mit der heutigen Europäischen Union verglichen.

Die Ziele der Hanse waren der Schutz und die Organisation des Handels zwischen den Gebieten der Ostsee und dem Gebiet, das wir heute Westeuropa nennen. Man hat mit jedem und mit allem gehandelt. Vorausgesetzt, sie waren keine Feinde der Hanse.

Die Mitglieder des Bundes haben das in ihm geltende Recht angewandt. Danzig hat, wie auch die anderen Städte, eine Stadtkanzlei im Rathaus eingerichtet, eine Hafenbehörde gegründet, ein Pfundzoll eingeführt (eine Gebühr, die vom Preis und dem Wert der Ladung abhängt). Es wurden Wechselstuben eröffnet, man hat Bankgeschäfte geführt und Handelsgesellschaften gegründet. Die Kaufleute der Hansestädte haben sich in Bruderschaften zusammengeschlossen und auf den Bänken in Artushöfen gemeinsam Platz genommen, ähnlich wie in kaufmännischen oder städtischen Vereinen.

Die Geschichte der Hanse können wir im Nationalen Maritimen Museum und im Museum von Danzig näher kennenlernen.