Ein solcher Hof...

Dies ist ein Gebäude mitten im Herzen der Rechtstadt, nicht weit vom Neptunbrunnen, einem der Symbole der Stadt. Das Gebäude hat eine besondere Geschichte und auch einen ebenfalls besonderen Innenraum. Es ist der Artushof. Curia Regis Artus. Ein berühmter Treffpunkt von Kaufleuten (danach Sitz der Börse und jetzt eine der Abteilungen des Historischen Museums der Stadt Danzig).

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Artushofs
Artushofs
Danziger Touristischen Organisation

Und alles begann, als im April 1350 der Artushof (vermutlich) für die St.-Georg-Schützenbruderschaft errichtet wurde. Bald schien das Gebäude zu eng und in den siebziger Jahren des 14. Jahrhunderts wurde es erweitert. Ende 1476 fiel das Gebäude einem Brand zum Opfer. Man hat es mit Geldern vom Stadtrat wiederaufgebaut. Und die St.-Georg-Schützenbruderschaft ist in ein von einer anderen Bruderschaft übernommenes Haus, das sog. Schützenhaus in der Nähe des Langgasser Tors eingezogen. Die Bruderschaft war sehr wohlhabend, sie besaß und unterhielt eine Kapelle im nördlichen Schiff des Querhauses der Marienkirche wie auch die Stiftung St.-Georg-Hospital (dort, wo heute die Josephskirche steht).

Aber kehren wir zum Ursprung zurück. Die Danziger St.-Georg-Schützenbruderschaft war eine Patriziergesellschaft und bestand aus Angehörigen des niederen Adels. Sie sollte diese Traditionen fortführen. Diese Organisation existierte von 1342 bis 1814. Die Mitglieder der Bruderschaft gehörten zu der wohlhabenden Schicht der Danziger Bevölkerung. In Ihr versammelten sich die reichsten Kaufleute, Reeder und Brauer. Die Gesellschaft vereinte auch Ratsherren und Schöffen. Handwerkern und Söldnern war der Zutritt verboten. Auch Kaufleute, deren Vermögen weniger als 20 .......... betrug, durften den Hof nur von außen betrachten.

Das Leitungsgremium des Artushofs bestand aus 4 "Ältesten" und ihren 4 Kameraden. Der Stadtrat wurde von 4 Ratsherren und 2 Aufsehern, genannt Hofherren vertreten. Diesen sollten die Ältesten über die finanziellen Belange des Hofs Bericht erstatten. Wie man sieht war das Leitungsorgan keinesfalls bescheiden.

Die Mitglieder des Hofs haben sich zu Bruderschaften zusammengetan und zusammen auf Bänken gesessen, die sich dann im Laufe der Zeit zu etwas in der Art von Clubs entwickelten, jeder mit einem anderen Namen. Die Qualität des Biers durfte man nicht beanstanden, dafür drohte eine saftige Strafe. Wir können über alle Details des gesellschaftlichen Lebens am Hof etwas erfahren, wenn wir den Artushof besuchen.