Gdańsk - Freiheits-Route

Es ist der 14. August 1980, früh am Morgen haben die Werftarbeiter den Streik begonnen. Ein Mitarbeiter mit beachtlichem Schnurrbart möchte sich ihnen anschließen - er springt über die Werftmauer, und eine Stunde später wird er zum Anführer des Streiks. Bald sind die Medien aus der ganzen Welt vor Ort - und sie schreiben über den Arbeiter, Lech Wałęsa und über die Forderungen an die kommunistische Regierung. Es entsteht die "Solidarność" (Solidarität) - die erste von den Kommunisten unabhängige Gewerkschaft. Das war der Beginn des polnischen Weges in Richtung Demokratie.

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Das Europäische Zentrum für Solidarität (1/11)

Wystawa stała ECS
Wystawa stała ECS
Fot. Europejskie Centrum Solidarności

Die durchschossene Jacke von Ludwik Piernicki, einem zwanzigjährigen Werftarbeiter, Opfer der Ereignisse im Dezember 1970, Tafeln mit 21 Postulaten, die während des Streiks im August 1980 am Tor der Danziger Leninwerft hingen, der Laufkran, an dem Anna Walentynowicz arbeitete, der Schreibtisch von Jacek Kuroń, eines der Oppositionsführer in den Zeiten der PRL - das sind nur einige wenige von den 1800 Exponaten, die man in der Dauerausstellung im ECS, die im August 2015 eröffnet wurde, sehen kann. Das Gebäude wurde an einem Ort errichtet, der für die Geschichte Polens und der Welt sehr wichtig ist, auf dem Gelände der ehemaligen Danziger Lenin-Werft. Hier wurde im August 1980 die Solidarność geboren. Die Europäische Kommission hat diesen Ort gewürdigt - den Arbeitssicherheitssaal, das Tor Nr. 2, den Platz der Solidarität mit dem Denkmal für die Gefallenen Werftarbeiter 1970 und das ECS - mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel. Die Ausstellung nimmt fast 3 Tsd. Quadratmeter auf zwei Stockwerken, in sieben Sälen in Anspruch. Einen originellen Charakter verleihen der Ausstellung sowohl die Exponate als auch die interaktiven Installationen. Für die Besichtigung der gesamten Ausstellung benötigt man mehrere Stunden.


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