Goldener Stern

Unter den vielen Danzigern Legenden gibt es viele Liebesgeschichten. Zwar geht es dabei nicht um Gotik, aber um sich von der Wahrheit der Erzählung zu überzeugen, muss man eine gotische Kirche betreten - die Marienkirche.

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Guldenstern Grabinschrift
Guldenstern Grabinschrift
Marienkirche

Alles begann in Schweden.

Der Adlige Johan Gyllenstierna hatte sich in Sigrid Brahe verliebt, die seine Liebe erwiderte. Jedoch war das Mädchen einem anderen versprochen. Die ungewollte Eheschließung fand jedoch nicht statt, weil dem Liebespaar von Prinzessin Anna Wasa geholfen wurde, bei der das Fräulein Hofdame war. Die Prinzessin war von der Liebe des jungen Paares sehr angetan und arrangierte die Trauung mit sich und mit einem Gesandten ihres Bruders, des polnischen Königs, als Trauzeugen.

Am Mittwoch, den 19. März 1595 wurde das Paar vermählt und es war die einzige Trauung in der Geschichte Schwedens, die an einem Mittwoch stattfand. Ehen wurden in Schweden immer sonntags geschlossen.

Es kam zum Skandal. Aber man konnte nichts mehr tun, denn die Ehe war legal geschlossen worden. Und die Trauzeugen waren berühmt. Das Parlament nahm sich der Sache an und beschloss eine finanzielle Abgeltung für die so abgewiesene Familie. Dazu sollte das frisch vermählte Paar 6 Monate lang dem gesellschaftlichen Leben fernbleiben. In dieser Zeit wurde der Sohn des Paares geboren, der zu Ehren des polnischen Königs den Namen Sigismund tragen sollte.

Nachdem Karl IX. von Schweden die Macht übernommen hatte, verließen die Anhänger von Sigismund III. Wasa Schweden. Die junge Familie ließ sich in Danzig nieder. Bald danach wurde Johann Witwer. Im Jahr 1617 starb er. Sigismund Guldenstern, die "Frucht" der Mittwochstrauung stiftete eine Kapelle in der Marienkirche. Den schwedischen Namen, schwer auszusprechen, änderte man, seine Bedeutung blieb jedoch erhalten.

Die Kapelle befindet sich in der Nähe des Schustertors und wird Reinhold-Kapelle oder Guldenstern-Kapelle genannt. Über dem Eingang befindet sich die Grabinschrift der Familie.

Die Botschaft des Stifters besagt, dass in der Kapelle nicht nur die Familienmitglieder ihre letzte Ruhestätte finden können. Auch diejenigen, denen man die schwedische Heimat genommen hat ...

Und was geschah weiter mit Sigismund? Er genoss eine vorzügliche Ausbildung, gehörte zum Hof von König Sigismund III., erhielt das Indigenat. Er war einer der Leiter der Kommission der Königlichen Schiffe. Er ehelichte die Tochter des Kastellans von Kulm Fabian Czerny. Er starb im Jahr 1666 und wurde in der Kapelle, die er selbst gestiftet hatte, beigesetzt.

Es blieb einzig die Inschrift mit dem Wappen - einem goldenen Stern und die Erinnerung an die einzige Mittwochshochzeit in Schweden sowie die romantische Vermittlung von Anna Wasa.