Resonatoren

Was ist ein Resonator?

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Resonatoren
Resonatoren
Marienkirche in Gdansk

Das ist ein eingebauter Krug, der die Stimme verstärkt. Solche Krüge waren in die Mauern der orthodoxen Kirchen in Russland eingemauert, aber auch in unserer Region. Die Öffnung eines solchen in die Mauer eingebauten Krugs war zur Innenseite des Gebetshauses gerichtet. Die älteste Information über ein solches Gefäß stammt aus dem 11. Jahrhundert und beschreibt die Verwendung dieser Krüge beim Bau der Basiliuskirche in Owrutsch. Im Jahr 1340 hat Bischof Mathias de Paluka in die Mauern des Breslauer Doms je vier Krüge in die Wände um die Fenstern einbauen lassen, zwei unter dem Gewölbe des Presbyteriums und zwei etwas niedriger. Dazu kamen noch die über dem Eingang und im Gewölbe. Angeblich wurde genau aus diesem Grund der Breslauer Dom auch donnernde Kathedrale genannt.

Solche Krüge wurden aus Ton mit Beigabe von Graphit hergestellt. Mit ihrer Produktion haben sich Töpfer in Tschechien und Russland, aber auch bei uns beschäftigt. Das Einmauern solcher Gefäße in eine Wand (nicht verputzt!) verlieh dem jeweiligen Raum einen besonderen Nachhall, gleichzeitig wird ein Echo erzeugt, sodass die ausgesprochenen Worte einen ganz deutlichen Klang bekamen. Als Denkmalschützer im 19. Jahrhundert diese Löcher in den Wänden und im Gewölbe der Kirchen zumauerten, da sie ihre Verwendung nicht kannten und sie für unnötig befanden - wurden die Presbyterien in den Kirchen auf einmal taub.

Es gab angeblich auch eine andere Verwendung für solche Krüge. Man hat sie nämlich als Hohlziegel für den Bau von Gewölben benutzt. Es wird vermutet, dass diese Krüge entweder zur Verbesserung der Akustik oder zum Schutz vor Feuchtigkeit im Raum dienen sollten.

Diese "geheimnisvollen" Löcher waren auch Thema eines internationalen Forums - eben im Hinblick auf akustische Gefäße in den Gewölben von mittelalterlichen Kirchen. In Danzig hat sich mit den mittelalterlichen Gewölben und der Akustik der hervorragende Akustiker und Dozent an der Danziger Technischen Hochschule, Gustaw Budzynski beschäftigt.

Da wir nun alles über die Resonatoren wissen, wollen wir uns auf den Weg machen, um sie aufzuspüren.

Zuerst besuchen wir die weltweit größte gotische Backsteinkirche. Also die Kathedralbasilika der Himmelfahrt der Allerheiligsten Jungfrau Maria, gewöhnlich Marienkirche oder Basilika genannt (nicht wegen der Architektur, sondern der Rangstellung dieses Gebetshauses).

Am schönsten präsentieren sich die Resonatoren im südlichen Querhaus und im südlichen Schiff vom Presbyterium.