Und in der Zwischenzeit in der Vorstadt...

Die gotischen Kirchen sind meistens zu groß, um sie mit einer Kamera vollständig aufzunehmen. So braucht man zum Beispiel eine Weitwinkel-Kamera, um eine der europaweit größten Klosteranlagen zu fotografieren.

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Und in der Zwischenzeit in der Vorstadt... (1/1)
Nationalmuseum Danzig – Abteilung für Alte Kunst
Nationalmuseum Danzig – Abteilung für Alte Kunst
Nationalmuseum Danzig

Die Rede ist von den "Franziskanern" in der Vorstadt. Derzeit wird dieser Teil von Danzig Alte Vorstadt genannt. Aber dieses Adjektiv wurde dem Namen erst im Jahr 1949 hinzugefügt.

Zwar sind die Franziskaner der Tschechisch-Polnischen Provinz schon im 13. Jahrhundert nach Pommern gekommen, doch in Danzig traten sie erst Anfang des 15. Jahrhunderts in Erscheinung. Und das dank eines päpstlichen Privilegs, das der Gründung eines Konvents in der Stadt zustimmte. Und eigentlich nur an ihrem Rande.

Nach Erhalt eines Grundstücks an der Verlängerung der Katergasse vom Rat der Stadt haben die Ordensbrüder angefangen, den "Bauplatz" zu organisieren. Zuerst musste man die Leute beauftragen. Dann den Bauplatz einebnen, das Material für die Fundamente vorbereiten, Backsteine bereitstellen. Und dann blieb nur noch... das ganze Vorhaben zu bauen. Von dem päpstlichen Privileg bis zum Beginn der Bauarbeiten sind 3 Jahre vergangen. Der Weg, an dem die Kirche und dann das Kloster errichtet wurden, bekam den Namen Graue-Mönch-Gasse. Dann wurde er in Trinitatisweg umgetauft. Und diesen Namen finden wir heute auf dem Stadtplan.

Im Jahr 1423 bekamen die Mönche vom Rat der Rechtstadt die Genehmigung zur Errichtung eines Klosters. Und bald fing man mit den Bauarbeiten an. Damals wurde auch die Abendmahlskirche errichtet. Das ist das heutige Presbyterium der großen Kirche, das bedeutet der Raum, der sich im östlichen Teil des Gebetshauses, hinter der Schranke, d.h. dem Lettner befindet. Bei dieser Gelegenheit soll erwähnt werden, dass dies der einzige erhaltene Lettner in ganz Polen ist.

Nach dem Dreizehnjährigen Krieg hat man sich entschlossen, das Kloster umzubauen. Dabei fiel auch die Entscheidung über den Bau einer großen Kirche. Mit den Bauarbeiten fing man im Jahr 1480 an. Der zu dieser Zeit herrschende König Kasimir IV. wünschte sich eine Kirche für Gottesdienste in polnischer Sprache. Und so entstand eine bezaubernde Kirche, oder vielmehr eine Kapelle – die St.-Annen-Kirche, die bis heute mit ihrem wunderbaren Gewölbe entzückt.

Es lohnt sich, nicht nur die beiden Kirchen, sondern auch das einstige Kloster zu besuchen. In ihm befindet sich derzeit das Nationale Museum, wo herausragende Beispiele der pommerschen gotischen Kunst aufbewahrt werden.