Święto Wolności i Solidarności
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König aller Öfen

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Kachelofen im Artushof
Kachelofen im Artushof
Fot. Gdańska Organizacja Turystyczna

Der größte Kachelofen Europas. Ein Werk von Georg Stelzener, einem berühmten Töpfer aus dem 16. Jahrhundert. Über 10 Meter hoch. Fünf Etagen. 520 handgefertigte Kacheln. Reichtum an Farben und Bildern. Ein eigenartiges Dokument der Epoche: Porträts europäischer Herrscher im Europa der Renaissance. Ernsthaftigkeit und Würde. Mit einer Ausnahme... In der Mitte des Sockels dieser großartigen Errungenschaft der europäischen Töpferkunst und zugleich des Beweises für den Multikulturalismus von Danzig, auf der Höhe von ungefähr einem Meter über dem Fußboden, wurde eine Kachel mit der charakteristischen Figur des legendären Schalks Till Eulenspiegel platziert, der die mittelalterlichen Wichtigtuer verspottete. Die humorvollen Danziger haben den zahlreichen Gästen des wunderbaren Artushofes immer wieder vorgeschlagen, die Breite des großen Kachelofens unten mit weit gespreizten Armen zu messen. Die Messungen mussten zwangsweise mit einem unwillkürlichen Kuss auf den nackten Hintern von Till Eulenspiegel enden! Nur Gäste mit einem großen Sinn für Humor waren von den Gastgebern am Artushof gerne gesehen. Eine der Legenden über Till Eulenspiegel erzählt über seinen Aufenthalt in Danzig und ... über das Schärfen der Zungen der arroganten Patrizier, aber mehr dazu erzählen den Interessierten die Reiseführer vor Ort.

Artushof

Artushof
Artushof
Fot. Gdańska Organizacja Turystyczna

Die Tradition der Artushöfe reicht bis in das Mittelalter zurück und stammt aus dem Ethos des europäischen Rittertums. Die Gebäude, in denen sich die städtischen Patrizier und Herrscher getroffen haben, wurden vor allem in den Städten der Hanse errichtet, unter denen Danzig eine besondere Stellung innehatte. Der Danziger Hof war nicht nur ein Beweis für die Faszination der Kultur der Ritter, sondern auch für den Reichtum der Stadt. Dessen Geschichte reicht bis in das 14. Jahrhundert. Am Ende des 15. Jahrhunderts war hier ein exklusiver Sitz der Danziger Kaufmannsgilden, das wirtschaftliche Zentrum von Danzig, gesellschaftlicher Treffpunkt der Elite, Empfangsort polnischer Würdenträger und wichtiger Besucher aus ganz Europa. Am Artushof fanden Feste, Konzerte, Theatervorführungen und auch Gerichtsversammlungen statt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Hof zu einer Getreidebörse umgewandelt. Im 19. Jahrhundert diente er als Ort für Großveranstaltungen und für den Empfang von Ehrengästen. Zum Komplex des Artushofes gehört das Erdgeschoss von zwei miteinander verbundenen Häusern, die als Altes Schöffenhaus bezeichnet werden, Artushof und das Neue Schöffenhaus. Das Alte und Neue Schöffenhaus sind für Danzig typische Bürgerhäuser mit schmalen Fassaden. Die von Abraham van den Blocke umgebaute Fassade des Artushofes unterscheidet sich von den anderen Häusern durch eine außergewöhnliche Dynamik und durch seinen Reichtum. Das Innere des Artushofes bildet eine riesige dreischiffige Halle auf 4 schlanken Säulen aus Stein, einer der schönsten Innenräume der Welt, gefüllt mit Hunderten von Werken, die eine Übersicht der Kunst und des Kunsthandwerks vieler Jahrhunderte darstellen. Der Blick wird besonders von einem Juwel der Holzschnitzerei, der spätgotischen Skulptur  „Heiliger Georg mit dem Drachen“, einer Zinntheke aus dem 16. Jahrhundert - der ältesten Bar in Polen und einer weltweit einzigartigen Sammlung von historischen Schiffsmodellen angezogen.